Seiten

Dienstag, 20. Februar 2018

Mal Sex

Die Erlebnisse mit den Männern bleiben für mich spannend. Am Freitag vor einer Woche traf ich einen sehr interessanten Mann wieder. Es hatte damals vor drei Wochen sofort zwischen uns gefunkt und das letzte Mal auch. Der Mann war nicht fad und hat die Initiative ergriffen. Er hat verbal ausgedrückt nach was ihm ist, mir gesagt was er in der Erotik gerne macht und mich gefragt ob wir da zusammenpassen würden. Ja, wir passen zusammen.

Interessant habe ich den Vergleich zum Pharisäer gefunden, der sich von mir dann ja Monate bitten hat lassen, obwohl er mir vorher 2 Jahre hinterhergelaufen ist. Mir ist es beim Pharisäer schon sehr komisch vorgekommen, dass sich dieser dann so geziert hat und selbst nicht in die Gänge kam.
Meine Erfahrungen und das Selbstbewusstsein waren aber letztes Jahr noch zu wenig, um zu sehen, dass es nicht an mir liegt und ich den Mann so sein lassen soll.

Also dieser eine Mann jetzt, ich nenne ihn mal den Häher, weil er vorlaut und scheinbar aufmüpfig ist, hat doch glatt vor dem Gasthaus auf mich gewartet.
Ich bin raus und sofort zu meinem Auto, als ich ihn kommen sah. Und als ich ihn naiv fragte, was er denn hier mache, wurde ich schon in den Arm genommen und heftig geküsst. Ich war sehr erstaunt, merkte aber, ja genau so geht es. Da brauchst du den Mann nicht bitten und betteln, sondern da wurden vorher die Fakten geklärt und dann kommt vom Mann auch eine Initiative.
Nur was machen wir jetzt mit der Initiative, wenn wir im Dorf sind und es da kein Hotel oder keine Zimmervermietung gibt, auch nicht im Umfeld?
Komm, fahren wir ins Gewerbegebiet.
Na ja, was mache ich jetzt?
Wenn ich mich meiner Lust hingeben will, dann sage ich jetzt ja und genau dass habe ich auch gemacht. Scheiß auf die Vorstellung von wegen Auto, Sex und billig.

Alte Gedankenmuster aus der Erziehungs- und Sozialisationszeit sind kurz aufgetaucht. Ich habe mich zum Glück daran erinnert, dass ich genau dieses Gedankengut mittlerweile als sehr hinderlich und lustfeindlich empfinde.
Sind doch nur dämonisierende Bilder die mir von der Mutter mitgegeben wurden und die ich dann ohne Recht auf mein eigenes Leben als meines übernommen habe. Wenn ich mich in deine/eure Vorgaben füge, dann habt ihr mich aber sicher lieb. Stimmt definitiv nicht.
Also gilt: Ist der Ruf schon mal ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert. Was andere sagen ist mir egal. Reden tun sie immer.

Keine Schuldgefühle, keine Bestrafungsphantasien, keine Ängste haben mich heimgesucht. Alles nur Hindernisse auf dem Weg zu mir selbst.

Und es hat sich ausgezahlt. So ein leidenschaftlicher Mann und wir hatten Spaß mitsammen. Wir konnten miteinander spielen und füreinander da sein. Ausdauer war auch da.
Es war sehr schön und ich habe es genossen.

Leider hat der Sex im Auto für mich seine Grenzen, so im Winter und ....
Es kam von ihm der Vorschlag, dass wir uns ein Zimmer nehmen sollen. Ich soll mir eines aussuchen. Bezahlen tut er.
Wann?
Am Besten gleich am Montag.
Da war ich doch glatt etwas überfordert.
Auf was sollen wir warten, ich bin nicht mehr so jung und die Zeit ist kostbar.
Na ja, da hat er recht, wieso hinauszögern.
Gut.

Zum Schluss war es im sehr wichtig, dass ich niemandem davon erzähle, dass wir ein Miteinander hatten. Gut so, denn mir ist es auch sehr wichtig, dass er darüber schweigt.
Er war auf einmal verunsichert und meinte, dass der Zeitpunkt leicht ungünstig ist, weil er sich nach einer beruflichen Pleite gerade etwas Neues aufbaut (dass stimmt, dassweiß ich, es ist halt ein Dorf).
Und dann meinte er noch, da erlebst du Gutes und dann bekommst du eine vor den Latz geknallt.
Mmh, na ja. Entweder man will oder nicht.

Ich stieg derangiert aus seinem Wagen, erst am nächsten Tag merkte ich, dass ich Wunden hatte und einen blauen Fleck im Gesicht bekam.


Mir mögen die Grammatikfehler nachgesehen werden, ich lese jetzt nicht mehr Korrektur.

Sonntag, 11. Februar 2018

Grundsätzliches über mein Sexbedürfnis

Ich schreibe im heutigen Post etwas sehr intimes, was polarisieren kann. Aber es ist meines, und den Weg den ich für mich derzeit als wichtig und notwendig sehe.

Wichtig dabei war auch, dass ich am Donnerstag Supervision hatte. Es ist immer eine Einzelsupervision und der Therapeut und ich besprechen auch private Sachen, wie den Mann, die Pflegerin usw. miteinander.
Ich erzählte ihm unter anderem, dass niemand in meinem Umfeld mich gefragt hat, wie es mir mit dem Schlaganfall und den Veränderungen geht.

Ja, und wie geht es dir?
Mir ist durch den Schlaganfall von meinem Mann bewusst geworden ist, dass er um einiges Älter ist als ich und ich vermutlich einmal übrig bleibe.

Es kommt wieder das ans Tageslicht, dass mir etwas in meinem Leben noch abgeht. Dass ich ein starkes Bedürfnis nach Sex mit anderen Männern habe.
Ich brauche dringendst Erfahrung mit Männern. Sonst sterbe ich und habe das Gefühl, dass ich nicht gelebt habe. Und alles andere wie Schwimmen, Reisen usw. sind nur Ersatzbefriedigungen dafür.

Ich habe ihm erzählt, dass ich mich auf einer Internetseite angemeldet habe, wo sich verheiratete Menschen kennenlernen können, aber dass mir keiner zusagte und mir diese Form des Kennenlernens nicht gefiel. Der Therapeut meinte, dass es Menschen gibt, für die ist Sex einfach etwas, was sie oft haben, auch mit wechselnden Partnern und keine tiefer Bedeutung hat.
Das ich das vermutlich nicht leben möchte, zumal ich mit meinem Partner 31 Jahre zusammen bin. 
Er meinte dass er mein Bedürfnis versteht, ich soll mir nur bewusst sein, dass es nie so kommt, wie ich es mir vorstelle.

Mit einer Bekannten, habe ich kürzlich gesprochen und wir waren uns einig, dass es am Besten ist, verheirateten Männer eine Chance zu geben, weil die können nichts herumerzählen. Die können nicht angeben und sagen, ja mit der habe ich auch etwas gehabt, oder die ist so und so im Bett, die müssen ihre Klappe halten, wenn es nicht aufkommen soll.
Ob das auch so stimmt? Ich weiß noch nicht.
Jedenfalls war es meinen beiden Eroberungen vom Freitag und Samstag enorm wichtig, dass die Sache unter uns bleibt und ich ja nichts von uns erzähle.

Der Supervisor meinte zu den verheirateten Männern, dass auch diese untereinander sprechen, man braucht sich ja nur die Frauentreffen ansehen, die die intimsten Sexualgeschichte unter einander erzählen.
Er meinte auch, der Spruch "Ist der Ruf erstmal ruiniert, dann lebt es sich ungeniert" hat noch immer seine Gültigkeit.
Es muss und kann die wurscht sein, was die anderen erzählen und reden über dich, sie hecheln immer jemanden durch.
Ich erinnere mich daran, dass mir in meiner Jugendzeit, so viele Liebhaber angedichtet wurden, nur weil ich tanzen gegangen bin und halt jung war. In Wahrheit hatte ich keinen Einzigen. Die Leute zerrissen sich das Maul über mich, eine Freundin durfte mit mir nicht mehr am Abend fortgehen und das mir, die ich so extrem ängstlich war und kein männliches Wesen heranlies.


Der Supervision erzählte mir ein Beispiel von Bekannten von ihm, die ein sehr unkonventionelles Leben führen. Der Mann ist 92 und Schriftsteller und noch sehr aktiv. Seine Frau ist 68 und war Psychiaterin. Bei ihnen zu Hause lebt die Mutter von ihr, die 102 Jahre ist. Der 92 jährige Mann pflegte die Mutter (so fern sie Hilfe brauchte). Die 40 jährige Tochter, die eine Scheidung hinter sich hat, ist wieder ins elterliche Haus eingezogen. So wohnen drei Generationen unter einem Dach.
Der Altersunterschied ist 24 Jahre und sie sind beide bei guter Gesundheit. Was bei meinem Mann jetzt wichtig ist, ist, dass die Gefahr der verstopften Halsschlagader gebannt wird. So ist er eine tickende Zeitbombe.


Foto: Ganga


Samstag, 10. Februar 2018

Wir haben es überrissen ....

Diese Woche habe ich wichtige Informationen bekommen, wie der Mann beruflich und pensionsmäßig weiter machen soll.
Es ist nämlich ganz einfach, der Mann braucht nichts zu tun. Er braucht nur einen Arzt, der ihn bis Oktober krank schreibt. Im Oktober oder November geht er wieder auf Reha für 4 Wochen. Im Anschluss daran soll er in der Firma seinen Urlaub verbrauchen, dann ist es eh schon Mai, Juni 2019.
Da er vermutlich seinen Job nicht mehr machen kann, kann er sein Dienstverhältnis einvernehmlich auflösen. Dann kann er für 1 Jahr in die Arbeitslose gehen.
Wer stellt den schon einen 63 jährigen Mann an, der einen Schlaganfall hatte und nicht mehr so belastbar ist. Niemand. Und da der Mann nicht um eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit ansuchen wird, hat er noch dazu einen Berufsschutz für 1 Jahr. Das heißt, das Arbeitsamt darf ihm keine Jobs vermitteln, die unter dem Niveau seines bisherigen Jobs sind. Und so geht das Jahr 2020 ins Land und der Mann ist bereits 64.
Sollte das Arbeitsamt ihm Druck machen, dass er in frühzeitige Pension geht wo es dann Abschläge bis 15 % gibt, braucht er nur beteuern, dass er arbeitswillig ist. Wenn, dann muss das Arbeitsamt von sich aus tätig werden und seine Arbeitsfähigkeit abklären lassen. Dass machen sie aber erst wenn er in der Notstandshilfe ist.
Das einzige, was der Mann aushalten muss ist, dass sie ihn irgendwo doch hinschicken und er dann arbeiten muss. Dann soll er einen Tag dort bleiben und dann in Krankenstand gehen. So ist das Problem auch gelöst.

Sollte er wirklich nochmals arbeiten gehen wollen und auch einen Job finden, der für ihn passt, dann ist es auch gut.

Und weil es immer anders kommt als man sich denkt, werden wir sehen, was sich noch für ihn und mich bereit hält.




Montag, 5. Februar 2018

So viel Osmanthus

Der Homöopath fragt mich: "Was brauchst du am Dringendsten?"
Mitgefühl und Wärme.
Er gibt mir Osmanthus.
Ich erinnere mich, dass ich Osmanthus kenne, als ätherisches Öl in Wohlfühlprodukten.
Ein warmes, angenehmes Gefühl macht sich bald in mir breit.
Ich brauche unbedingt mehr Osmanthus.
Duschgel und Körpermilch finde ich.
Ich bade in Osmanthus.

Ich mache mich auf die Suche und finde Osmanthus Tee, Osmanthus Wein, Osmanthus Kuchen, Osmanthus Likör, ... 



Quelle: pixabay


China-Notizen - Von einem nächtlichen Schreibtisch -

NF 818                         10. August 2013


Blüte des 8. Monats:  die Kassie (Osmanthus fragrans) 


In lange vergangenen Jahrhunderten muss China Süden in diesen Sommermonaten unter Duftwolken gelegen haben. Große Landstriche trugen Namen wie Kuei-lin, „Kassienwald“, Kueishan, „Kassien-Berg“, Kuei-shui, „Kassien-Fluss“, in denen das Kuei „Kas-sie“ bedeutet. Dieses bodenständige Gewächs scheint dort gewaltige Wälder gebildet zu haben. Nach dem chinesischen Blütenkalender (hua-li) ist die Kuei-Blüte die Blüte des 8. Monats nach dem Mondkalender, doch alles sonst an diesem Baum duftet: Rinde, Zweige, Blätter, auch die jungen Früchte, und aus all dem wurden Ingredienzien für Duftstoffe gewonnen. „Im achten Monat wirbelt der Duft der Kassie auf“, schreibt ein Sachverständiger im 16. Jh., doch chinesische Botaniker heute meinen, mit dem kuei-Baum, sei eigentlich nicht die Zimtkassie (Cinnamomum cassia) gemeint, sondern ein Strauch mit dem deutschen Namen Duftblüte (Osmanthus fragrans)

Altchinesische Pflanzenbezeichnungen lassen sich nur selten und dann nach mühseligen Iden
tifizierungen  korrekt übersetzen, was aber für die kulturgeschichtliche Bedeutung einer Blüte oder der ganzen Pflanze von geringer Bedeutung ist. Die Kuei stand jedenfalls in vielen Zusammenhängen für Einzigartigkeit, „ein Zweig aus einem Kassienhain“ versinnbildlichte stets etwas, das aus einer Fülle von Schönem herausragte.   

Am höchsten wurde die Kassie als Heilpflanze geschätzt. Schon um 100 n. Chr. schrieb Hsü Shen, der Verfasser des ersten chinesischen Wörterbuches: „Die Kassie, ein Baum aus dem Süden, ist die vortrefflichste aller Heilpflanzen.“ Und der bedeutende Literat Kuo P’u (276-324) meinte in seinem „Lobpreis der Kassie“: „Die Königin der Heilpflanzen ist sie.“ 

Noch  bekannter wurde die Kassie jedoch als „Baum im Mond“, auf dem eben eine mehrtausendjährige Kassie stehen soll, aus deren Teilen der ebenfalls dort ansässige weiße Mondhase ein Rezept für Unsterblichkeit in einem Mörser stampft.  Viele Legenden ranken sich um diese Mondkassie, die sogar Kaiser auf der Suche nach Unsterblichkeit aufgesucht haben sollen. 

Verdrossen über solche einseitige Symbolisierung murrt der Blütenfreund Mei Yao-ch’en (1002-1060): „Niemand spricht von der Kassie auf Erden, alle reden nur von dem Wesen im Mond.“ Aber schon ein früherer Blütenfreund, Li Te-yü (787-850), hatte in einem Gedicht befunden: „Ich suchte einen Baum, der nicht von dieser Welt ist, und dieser gehört wahrlich in einen Götterhain.“

Nach dem alten Blütenkalender sind die Blüten der Monate in der ersten Jahreshälfte stets deutlich mit Frauenschönheit und Liebesverlangen verbunden. Bei den Blüten der zweiten Jahreshälfte tritt eine andere Symbolik in den Vordergrund. So schreibt Wang Chi (584-644) über die Kassie, die zum 8. Monat, schon im Herbst des Mondjahres, gehört: Wie grün, so grün die Kassien prangen!/ Wenn der Herbst kommt, duften die Blüten wieder/ und sagen von sich:/ In der Kälte des Jahres/ kümmern uns weder Frost noch Tau .“

......

http://www.stumpfeldt.de/hcn.nf/0818D10082013.pdf





Sonntag, 4. Februar 2018

Der Pharisäer, krank?

Über den Pharisäer habe ich eine schockierende Nachricht gehört. 
Ein Bekannter hat ihn im Nachbardorf beim Arzt getroffen. Abgemagert, weiß im Gesicht und mit eingefallen Wangen.
Angeblich habe er Krebs. Hodenkrebs, der gestreut haben soll.

Ab Mai 2017 ist er nicht mehr in die Kneipe gegangen. Den Kontakt zu mir hat er damals abgebrochen.
Im August war er bei einem Bekannten, Bier trinken. Bis Oktober war er noch bei einigen Bekannten auf Besuch. Überall hat er sich schwer betrunken und wollte nicht mehr nach Hause gehen.  

Ich habe in den letzten Tagen noch Bekannte gefragt, wann sie ihn das letzte Mal gesehen haben, weil das Gerücht geht, dass ....
Seit Oktober 2017 hat ihn niemand mehr gesehen und getroffen. Da sah er aber noch normal aus.
Bis jetzt.

Da er abgeschieden wohnt ist es möglich so unterzutauchen.


Falls das mit der Krankheit stimmen sollte, macht es mich betroffen.

Ansonsten gilt der Spruche:

"Wenn die Hure alt wird, will sie fromm werden."






Samstag, 27. Januar 2018

Der Termin beim Psychiater

Der Mann und ich mussten uns in den letzten Tagen von den beiden Diagnosen die der Psychiater dem Mann verpasste, erholen. Klar, Diagnosen sind immer kritisch zu sehen und sollen nicht als Stempel betrachtet werden, aber ich meine, dass diese den Zustand des Mannes gut beschreiben.

Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es Menschen gibt, die zwar durch einige Verhaltensänderungen auffallen, aber diese für das soziale Umfeld nicht so gravierend sind, dass jemand meint, dass Handlungsbedarf besteht.
Und dann ist man erschüttert, dass derjenige oder diejenige sich aufgehängt hat, vor den Zug gegangen ist und was es sonst noch für Selbsttötungsarten gibt.

Zuerst meinte der Mann immer wieder, was er überhaupt bei diesem Arzt soll und ich begann mit der Zeit auch zu zweifeln ob das schon notwendig ist oder ob ich da nur einen Zinnober veranstalte.
Ich den Psychiater auch nicht kannte und nicht wusste, ob er Interesse an seinen Patienten hat und wie sicher im Umgang mit den Medikamenten ist.

Ich begleitete den Mann also am Donnerstag Nachmittag und wartete auf ihn. Der Arzt hat sich eine Stunde Zeit genommen! Je länger der Mann beim Arzt drinnen blieb, desto glücklicher fühlte ich mich.
So wie ich es verstanden habe, hat der Arzt ihm bald gesagt, dass er derzeit auf keinen Fall arbeitsfähig, sondern schwer angeschlagen ist. Er hat ihn viel gefragt und der Mann gab ihm Antworten. Er muss sich sehr wohlgefühlt haben bei dem Arzt, angenommen und wahrgenommen.

Der Psychiater schrieb ihm auch gleich eine Krankmeldung für die Kasse, die am 28.02.2018 endet. Der Mann hat am 20.02.2018 wieder einen Termin bei ihm. Seine Medikamentendosis wurde gesenkt, der Wirkstoff an sich passt. Wenn es dem Mann schlecht geht, soll er sich auf jeden Fall gleich bei ihm melden.
Der Mann war sehr glücklich, als er aus der Praxis kam und sagte, dass er froh ist, dass wir hergefahren sind.
Das es so schlimm um ihn steht war ihm nicht bewusst. Ich sage, mir war es bewusst, aber wenn du einen Mann hast, der vehement darauf besteht, dass er sich durchbeißt, ja was soll ich da sagen und machen. Ich habe ihm nur immer wieder prophezeit, dass ihn der Schlag treffen wird. Mir war klar, dass von Aussen etwas kommen muss um die Spirale zu stoppen. Hätte der Mann so weitergemacht wie bisher (da geht es dann auch schon ins Wahnhafte), dann hätte ich ihn vermutlich irgendwann tot aufgefunden, weil er sich keine andere Möglichkeit mehr gesehen hätte, dass die Qual aufhört.



aus "Spiel mir das Lied vom Tod"



Dienstag, 23. Januar 2018

Gedanken zu den Antidepressiva

Heute habe ich dann einen Psychiater gefunden, der ihm für Donnerstag Nachmittag einen Termin gegeben hat. Ich kenne diesen Arzt nicht, aber ich hoffe, dass es ein guter ist und er sich ein realistisches Bild vom Mann machen kann.
Auf Reha konnte er halt nichts mehr vorspielen. Die lernten ihn so kennen wie ich es zu Hause erlebt habe und das ist definitiv kein Zustand, den man aushält.
Ich war ja froh, wie sie ihm eine Depression diagnostiziert haben, weil er dann von Aussen endlich einmal die Rückmeldung bekam, dass sein Zustand ein Zustand ist. Das er endlich mit der Selbstvernichtung aufhört, dass er sich bewegt auch ausserhalb von seiner Arbeit.

Ob der Mann Antidepressiva braucht? Ich war froh, als ich hörte, sie wollen ihm welche verschreiben, weil ich fand, dass das kein Zustand war, in dem er weiterleben kann. Ausserdem habe ich dann auch Angst, dass er sich in seiner Verzweiflung, weil er nicht mehr arbeiten gehen kann, etwas antut. Und dass ist realistisch bei ihm.
Vielleicht braucht er einfach eine Hilfe, kurzfristig. Auch wenn er mittlerweile zum Homöopathen geht, trotzdem.